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Leipzig. Architekturvielfalt, 2007, Mischtechnik auf Karton, 101,5 x 330 cm
Malerei und Graphik von Larisa Bolshakova
Larisa Bolshakova wurde in Moskau geboren und studierte an der dortigen Staatlichen Universität. Nach ihrem Abschluss widmete sie sich ganz dem Zeichnen und Malen. Neben den Stadtlandschaften sind Stillleben ihr bevorzugtes Thema.
Seit 1998 nahm sie an 21 Ausstellungen in Russland und Westeuropa teil, darunter Einzelausstellungen im Amerlinghaus inWien (2000, 2001), in der Air Gallery in London (2004), im Marina Tswetajewa Museum in Moskau (2005), in der Wintershall AG in Kassel (2005 - 2006), in der Literaturgesellschaft von Verona (2007).
Ihre Arbeiten – Aquarelle, Oel- und Temperagemälde, Werke auf Karton in Mischtechnik sowie Collagen aus verschiedensten Materialien – finden sich in privaten und Firmensammlungen in Russland, Westeuropa, den USA und Japan, sowie im Marina Tswetajewa Museum.
Larisa Bolshakova
Sich den Arbeiten Larisa Bolshakovas zu nähern heißt, sich mit Tradition und Kunstgeschichte zu beschäftigen. So ist es eigentlich nicht dieses Jahrhundert und auch nicht unbedingt das vergangene, welches in der Kunst den bevorzugten Sujets einer Larisa Bolshakovas huldigte. Dafür müssen wir in der Kunstgeschichte weiter zurückgehen bis zu den Romantikern des 19. Jahrhunderts, aber auch zu den internationalen Malern dieser Zeit, welche in den südlichen klassischen Ländern, wie Griechenland und Italien ihren Lebensinhalt und ihre Motive fanden. Künstler, wie der englische Maler William Turner oder der Franzose Claude Monet und dessen zauberhafte impressionistische Landschaften vom Beginn des 20. Jahrhunderts, könnten auf Larisa Bolshakova Vorbildwirkung gehabt haben. Das Lieblingsmotiv der Moskauer Künstlerin ist die Stadtlandschaft, die Landschaft und in einigen Fällen das Stillleben, seltener das Porträt. Ihre Werkzeuge und Stilmittel sind vorwiegend das Aquarell, Tempera, Mischtechnik auf Papier und ungewöhnlicherweise Wellkarton, jedoch nicht so häufig verwendet sie Leinwand, auch die Ölfarbe finden wir seltener in ihren Arbeiten und wenn, dann in einem malerischen Duktus der in seiner Luftigkeit dem Aquarell gleicht und an die Lasurtechnik vergangener Zeiten angelehnt ist.
Bolshakovas Aquarelle vermitteln den Eindruck, dass sie in einem Fluss bzw. in einem Atemzug entstanden sind, d.h. ohne Vorzeichnung und genauer Organisation der Darstellung auf dem Blatt. Dem widerspricht die exakte, hohe Detailgenauigkeit filigraner Vorgaben, gezeichnet mit einem spitzen Pinsel, aber weit entfernt von einer fotografischen Genauigkeit und Starre des Dargestellten.
Der Idee, des scheinbar Exaktem, ist auch der kompositorische Aufbau der Bilder unterworfen. Strenge geometrische Vorgaben wechseln sich ab mit gewundenen Linien von Brücken und Flüssen und schemenhaften Silhouetten von Gebäuden. Ihre Bilder sind ein weltweiter Streifzug durch die Architektur der vergangenen Epochen, kontrastiert von den Eingriffen des modernen technischen Zeitalters. Und doch hat man immer das Gefühl, und dies ist vor allem der Transparenz und Leuchtkraft des Dargestellten geschuldet, hier eine romantisierte Stadtlandschaft zu sehen.
Bolshakovas urbane Landschaften, welche man persönlich kennt, vermitteln den Eindruck von Tradiertem, von Vergänglichkeit, flüchtigen Kindheitserinnerungen und idealisierten Ansichten. Sie vermitteln uns auch das Phänomen, welchem, glaube ich, alle Menschen unterliegen, das die Dinge in unserem Gedächtnis schöner und romantischer verhaftet bleiben als die Wirklichkeit es zulässt.
Larisa Bolshakova ist Künstlerin aus einem ästhetischem Gefühl für Komposition, räumlicher Sicht und einem unfehlbarem Blick für die architektonische Figuration, verbunden mit einem klassischen Farbempfinden. Larisa Bolshakova gilt im künstlerischen Sinne als Autodidaktin. Sie studierte und promovierte an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Moskauer Lomonossow Universität, doch ihre Profession ist eindeutig die Malerei, die Kunst. Dieses beweist klar und eindrucksvoll, das von ihr geschaffene Oeuvre und die hier gezeigten Arbeiten.
Christine Rink Leipzig, im Oktober
Adresse: Halle 18 der "Baumwollspinnerei" Spinnereistraße 7 04179 Leipzig
Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist vom 26.10.2007 bis 17.11.2007 Montag: 10 - 17 Uhr Dienstag bis Freitag: 9:30 - 17 Uhr Samstag: 10 - 16 Uhr geöffnet.
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